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Vom Gast zum Nachbarn.

MIGRATIONSGESCHICHTE · ERINNERUNG · AUFTRAG

Die Gesichter der MigrationsgeschichteVom „Gast“ zum Nachbarn.

Das österreichisch-türkische Anwerbeabkommen von 1964 prägte Österreich nachhaltig. Was wirtschaftlich als zeitlich begrenzte Anwerbung von Arbeitskräften begann, wurde zur Geschichte von Menschen, Familien und Generationen, die hier lebten, arbeiteten und eine gemeinsame Zukunft aufbauten.

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Arbeit war nie die ganze Geschichte.

Der Begriff „Gastarbeiter“ reduzierte Menschen auf eine vorübergehende wirtschaftliche Funktion. Doch wer arbeitet, Steuern zahlt, Verantwortung übernimmt und eine Familie aufbaut, ist mehr als ein Gast: Er wird Teil der Gesellschaft.

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Es kamen Menschen.

Wir riefen Arbeitskräfte, es kamen Menschen.
Nach Max Frisch · sinngemäß

Menschen bringen nicht nur ihre Arbeitskraft mit, sondern Biografien, Gefühle, Hoffnungen, Fähigkeiten und Familien. Diese menschliche Wirklichkeit steht im Mittelpunkt unseres Verständnisses von Teilhabe.

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Eine eigene Stimme.

Mit seinem deutschsprachigen Album „Die Kanaken“ gab Cem Karaca 1984 den Erfahrungen türkischer Migrant:innen eine kraftvolle künstlerische Stimme: „Ich heiße nicht nur Gastarbeiter.“ Hinter jeder Zuschreibung steht ein Mensch mit Namen, Würde und Familiengeschichte.

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Aus Angeworbenen wurden Nachbar:innen.

Die Geschichte endete nicht an den Fabriktoren. Aus Arbeitskräften wurden Kolleg:innen, Eltern, Vereinsmitglieder und Nachbar:innen. Ihre Kinder und Enkel gestalten heute Österreich in Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft mit.

WAS DAS FÜR ATZP BEDEUTET

Diese Geschichte ist für uns Erinnerung und Auftrag zugleich. Wir würdigen die Leistungen der ersten Generationen, stärken die Teilhabe ihrer Kinder und Enkel und öffnen unsere Arbeit für alle Menschen. Aus Erinnerung entsteht Verantwortung, aus Begegnung Partnerschaft und aus Vielfalt eine gemeinsame Zukunft in Österreich.